Konzeption

Konzept der Offenen Jugendeinrichtung Café Hope

 

Vorwort

Der Wandel unserer Gesellschaft stellt die Arbeit in den Offenen Jugendeinrichtungen vor immer neue Herausforderungen. Mehr denn je unterstützen sie als verlässlicher Partner Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder.
Aufgrund vielfältiger Familienstrukturen benötigen Kinder und Jugendliche vermehrt ein Umfeld für die Existenz sozialer Gemeinschaft, welches ihnen im Café Hope geboten wird. Die familienähnliche Struktur in unserer Einrichtung dient den jungen Besuchern als Lernwelt für ein gutes Zusammenleben zwischen Jungen und Mädchen, Frauen und Männern, Jüngeren und Älteren sowie Menschen verschiedener sozialer Herkunft, Nationalität oder Kultur.
Das vorliegende Konzept dient den pädagogischen Fachkräften des Café Hope als Leitfaden ihrer Arbeit mit den Besuchern und der gemeinsamen Entwicklung individueller Perspektiven mit den Kindern und Jugendlichen.
 
„Hilf mir es selbst zu tun!“
Sowie dieser Leitsatz Maria Montessouri führte, so lenkt er auch die pädagogische Arbeit im Café Hope.
Kinder und Jugendliche brauchen Orte, wo sie sich ungestört treffen, ihren Ideen und Freizeitinteressen nachgehen, ihre Hobbys
ausüben und sich vor allen Dingen selbständig entwickeln können.
Das Café Hope bietet den Besuchern Angebote zur Förderung ihrer persönlichen Entwicklung, die an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt sowie mitgestaltet werden.
Dieser Grundgedanke, die gesetzlichen Vorgaben zur Kinder- und Jugendarbeit sowie die Rahmenvereinbarung mit der Stadt Kleve bilden die Grundlage unseres Konzeptes.
 

Geschichte des Café Hope

Das Café Hope öffnet seit dem 1. Juni 2006 seine Pforte für klever Kinder und Jugendliche von 7 bis 27 Jahren.
Sein Vorgänger war die Teestube. Träger dieses Treffs für drogensüchtige junge Erwachsene war eine Selbsthilfegruppe, die 1978 von F.Bausewein, Margot van Bebber, Leni Rehm und weiteren betroffenen Eltern drogenkonsumierenden jungen Menschen gegründet wurde.
Aus ihrer massiven Betroffenheit heraus, wieder einmal hatten Eltern ihr Kind durch einen Goldenen Schuss (Überdosis Heroin) verloren, beantragten sie bei der Stadt, Räumlichkeiten, um Treffen zu ermöglichen.
So bot sich den betroffene Eltern die Chance, die alte Schmiede im Regenbogen 14 für ihr Engagement gegen die immer größer werdende Drogenproblematik gegenseitig zu unterstützen.
Am 14.03.1980 wurde der Verein I.J.S.B. e.V. in das Vereinsregister des Amtsgericht eingetragen. Die Ehrenamtlichen waren zu dem Zeitpunkt im Studium (Sozialarbeiter, Ärzte, Krankenpfleger), so dass eine fachliche Hilfe gewährleistet war. Die Hauptgründerin, Leni Rehm, ist – nach vorliegenden Informationen – vor einigen Jahren verstorben.
Als die erste ABM-Stelle seitens des Arbeitsamtes in der Teestube genehmigt wurde, konnte der Status der Selbsthilfegruppe aufgehoben werden. Zeitweise genehmigte das Arbeitsamt bis zu 4 ABM-Stellen, so dass die Teestube von 10 bis 21 Uhr geöffnet werden konnte. Als die ersten professionellen Mitarbeiter dieser Einrichtung, sind Jan Michels und Ruth Tüchthuisen zu nennen. 1987 genehmigte die Stadt Kleve eine volle Stelle, die sich Jan Michels und Marie Lehmann – Päschke teilten, wobei unsere gute Marie hier 18 Jahre lang arbeitete und diese Einrichtung am deutlichsten geprägt hat. Sie musste wegen Krankheit ihren Dienst mit 58 Jahren aufgeben.
Am 01. Juni 2006 begann ein neues Kapitel für den Verein. Auf bitte der Stadt Kleve öffnete die Einrichtung nun für Kinder und Jugendliche von 12 bis 27 Jahren. Als Zeichen dieser Veränderung erhielt die Teestube einen neuen Namen. Dieses war die Geburtsstunde des Café Hope.
Nunmehr besuchen vor allem 7 -18jährige Kinder- und Jugendliche unsere Einrichtung, die wir auf dem Weg durch den Schulalltag und einer sinnvollen Freizeitgestaltung begleiten. Wir bieten neben der alltäglichen offenen Jugendarbeit Hausaufgabenhilfe, Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Bewerbungstraining, Genrearbeit und abwechslungsreiche Ferienfreizeiten an. Kinder und Jugendliche sollen in den Schulferien die Gelegenheit bekommen, das Stadtgebiet von Kleve zu verlassen, um Freizeit- und Bildungsangebote in umliegenden Städten wahrnehmen zu können. Mit zunehmendem Alter der Besucher gilt das Cafe Hope auch als Beratungsstelle in verschiedensten Lebenssituationen auf niederschwelliger Basis.
 
 

Personal und pädagogische Arbeit

Im Café Hope arbeiten zwei pädagogisch qualifizierte hauptamtliche Mitarbeiter. Die gemeinsame Leitung und ihre Tätigkeit mit den Kindern und Jugendlichen erfolgen auf einer kollegialen und gleichberechtigten Ebene. Regelmäßige Fortbildungen und der intensive Austausch untereinander sowie mit den anderen Offen Jugendeinrichtungen der Stadt Kleve in Arbeitskreisen sind Stützpfeiler einer qualitativ hochwertigen Jugendarbeit in unserer Einrichtung.
Die pädagogische Arbeit im Café Hope fußt auf dem situativen Ansatz. Das heißt, das Wirken der Mitarbeiter fängt gezielt die jeweiligen Bedürfnisse und Interessen der Kinder und Jugendlichen auf und wird darauf ausgerichtet. Die Arbeit ist in einer Rahmenvereinbarung mit der Stadt Kleve eingebunden und entspricht somit den städtischen konzeptionellen Vorstellungen und Standards.
Eine gute Beziehung zu den Besuchern des ist die Basis der pädagogischen Arbeit im Café Hope. Der Aufbau und die Pflege dieser bilden den Schwerpunkt der täglichen Tätigkeit der Mitarbeiter. Auf der Grundlage dieser guten Beziehung vermitteln sie durch regelmäßige Gruppenangebote sowie themenspezifische Arbeit in Projekten Kenntnisse und Fertigkeiten, die die Kinder und Jugendlichen zur Verselbständigung aber auch zur Bewältigung ihres Alltages nutzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten bei alltagsrelevanten Problemen, zeigen Hilfsangebote anderer Institutionen auf und gelten somit auch als Vermittler bei der Umsetzung von Gestaltungsideen.
In Form einer ausführlichen Öffentlichkeitsarbeit stellen wir regelmäßig die Arbeit im Café dar. Zum Beispiel durch:
  • Medienpräsenz (Presse, Homepage)
  • Ferienprogramme
  • Repräsentation bei anderen Einrichtungen und Institutionen
  • Aktionen im Stadtteil
  • Teilnahme an Veranstaltungen und festen der Stadt Kleve
  • Tag der Offenen Tür
 

Praktikum und Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

Das Café Hope ermöglicht Schülern des Berufskollegs und Studenten verschiedener Hochschulen und Universitäten berufsbegleitende Praktika zu absolvieren. Sie erhalten einen Überblick über die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ihnen werden praktische sowie auch theoretische Fertigkeiten vermittelt.
Ebenfalls besteht die Möglichkeit im Café Hope ein freiwilliges Praktikum oder Soziales Jahr abzuleisten.
 

Räumlichkeiten/ Ausstattung

Die ca. 65 qm des Kinder- und Jugendzentrums haben eine übersichtliche Aufteilung der Räume. Ergänzt wird es durch einen ca. 85 qm großen Garten. Die Räumlichkeiten sind von einer angenehmen- familiären Atmosphäre geprägt und können für Angebote jeglicher Art genutzt werden. Die Ausstattung wird regelmäßig auf Sicherheit und Einsatzbereitschaft überprüft.
Das Cafe Hope gliedert sich wie folgt:
 
  • Gruppenraum mit unterschiedlichen Sitzgelegenheiten, einer „Chill“-Ecke, Kicker, Musik & Lichtanlagen, Videogeräten und Gesellschaftsspielen
 
  • Küche mit Sitzgelegenheiten, sowie Koch- und Backmöglichkeiten
 
  • PC- Raum mit Internetzugang
 
  • Büro
 
  • Sanitäre Anlagen
 
  • großzügiger Außenbereich mit Grünfläche
 
 

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten des Kinder- und Jugendzentrums Cafe Hope richten sich nach den Bedürfnissen der Besucher, deren Eltern und den Schulzeiten.
Derzeit sind die Öffnungszeiten folgendermaßen:
 
MO/DI/DO:     14:00- 18:00 Uhr (offener Jugendtreff)
MI:                 15:00-19:00 Uhr (im 14- tägigen Rhythmus Mädchengruppe &offener Jugendtreff)
Fr:                   10:00- 13:00 Uhr (offenes Ohr) / 13.00- 17:00 Uhr (offener Jugentreff)
Erweitert werden die „normalen“ Öffnungszeiten durch besondere Angebote wie Freizeiten, Veranstaltungen, Workshops und Seminare.
 

Zielgruppen

Die Angebote des Kinder- und Jugendzentrums Cafe Hope richten sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 7 bis 27 Jahren. Den Schwerpunkt bildet die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von 7 bis 18 Jahren aus dem Ortskern Kleve. Schulabgänger und Berufsanfänger, junge Familien, Jugendliche mit Schulproblemen (Schulverweigerer, Nachhilfe….), Arbeitssuchende und Alleinerziehende.
Für junge Erwachsene von 18 bis 27 Jahren werden spezielle Angebote vorgehalten, z.B. Beratung und Hilfe bei allgemeinen Lebenslagen (Bewerbung, Miete, Finanzen usw.).
 
Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen
In Gesprächen mit Kindern und Jugendlichen in Kleve stellten sich folgende wichtige Bedürfnisse heraus:
 
  • einen Treffpunkt und Schutzraum außerhalb des Elternhauses haben
  • Freizeit selbst gestalten können
  • Angebote des Jugendzentrums nutzen (Beratung, Freizeit, Bildung, Essen)
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendzentrums als neutrale Ansprechpartner (z.B. bei Problemen in Schule, Arbeit und Familie)
  • Verselbstständigung

Ziele

Auf der Grundlage der Rahmenkonzeption der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Kleve ergeben sich für die pädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendzentrum Cafe Hope folgende maßgeblichen Zielsetzungen:
 
  • Bedarfs- und Lebensweltorientierung
  • Sozialraumorientierung/ Vernetzung
  • Partizipation
  • Gender Mainstreaming
  • Kultur- und Medienarbeit
 
 
 
Diese werden regelmäßig evaluiert und aktualisiert.
Das Cafe Hope bietet den Besuchern und Besucherinnen darüber hinaus ein Lernfeld für soziale Verhaltensweisen.
Im Kinder- und im Jugendzentrum wird situationsorientiert gearbeitet und flexibel auf spontane Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher reagiert.
Durch vielfältige Angebote machen die Kinder und Jugendlichen soziale, pragmatische, emotionale und kognitive Erfahrungen. Das freiwillige Lernen und die Hausaufgabenbetreuung in der Gruppe ohne Benotungen führen zu einer hohen Motivation und Wissensaneignung in einer angstfreien Atmosphäre.
 

Partizipation

Kinder- und Jugendliche bestimmen Entscheidungen des Hauses aktiv mit.
Dieses betrifft beispielsweise das Programm, die Hausregeln, die Ausstattung und Gestaltung der Räume sowie Planung und Durchführung von Freizeiten und Veranstaltungen.
Hierbei erlernen die Kinder und Jugendlichen Verantwortung zu übernehmen,  entwickeln ein Verständnis für demokratische Grundregeln und erlernen die dazugehörigen Methoden.
 

Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming bedeutet für die praktische Arbeit im Kinder- und Jugendzentrum Cafe Hope, dass bei allen Angeboten die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse der Mädchen und Jungen berücksichtigt werden.
Durch die emanzipatorische Arbeit sollen die Besucherinnen und Besucher die Fähigkeit erlernen, ihre Rolle in der Gesellschaft zu finden.
Das Jugendzentrum stellt hierfür Möglichkeiten in Form von Räumlichkeiten sowie AnsprechpartnerInnen und für Mädchen und Jungen zur Verfügung.
Außerdem gehört es zum Konzept des Jugendzentrums, dass eine weibliche und eine männliche pädagogische Fachkraft im Team zusammenarbeiten.
 

Angebote

Da das Café Hope eine erste Anlauf- und Beratungsstelle für junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit Problemen unterschiedlichster Art darstellt, unterscheidet sich unser Jugendzentrum durch die Niederschwelligen Angebote von anderen Einrichtungen im Stadtgebiet Kleve. Das Konzept eines zukunftsorientierten und modernen Kinder- und Jugendzentrums enthält neben dem offenen Treff folgende Angebote:
  • Medienpaten
Facebook? Whats App? Twitter gefällig? Dann seid ihr hier genau richtig. Hier dreht sich alles um die digitale Welt im WWW, TV, Handy und Radio.
Im Vordergrund des Projekts „Medienpaten“ stehen der kreative und positive Umgang mit den Medien ebenso wie der Umgang mit den darin liegenden Gefahren. (soziale Netzwerke, Handy und Chat/Onlinespiele usw.)
  • Blickwinkel
Wir bieten Foto-Workshops zu verschiedenen Themen an, erkunden neue Wege und begeben uns auf Spurensuche. Fotorallyes und Fotoausflüge sind unsere Chance loszuziehen und mal gemeinsam zu fotografieren, Fotos zu bearbeiten oder zu optimieren.
  • Sportbar
Komm mit in das gesunde Boot und fühle dich fit, denn hier steht alles unter dem Namen, Action und Prävention.
In diesem Projekt bieten wir euch umfassende Sport- und Bewegungsangebote.
  • Kochkurs
Hunger?? Lust selbst was zu kochen?
Zum Kochkurs treffen sich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene um gemeinsam zu kochen, den Umgang mit Lebensmitteln zu lernen, eigene Rezepte nachzukochen und diese gemeinsam auszuprobieren. Auch das gemeinsame Essen gehört dazu.
  • Mädelszeit
Mädels, ein Tag nur für euch. Ob Styling, Schminken, Beautytag oder Wellness und andere Mädelsthemen, hier findet ihr alles was euer Herz begehrt.
Mädelszeit ist ein Treffpunkt für weibliche Jugendliche und junge Frauen.
  • Kreativ-Werkstatt
Lust deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und Grenzen zu brechen? Komm vorbei, tobe dich aus und finde den Künstler in dir!
Hier dreht sich alles ums Basteln, Kleben, Schneiden, Nähen, Gestalten und Spaß haben.
 
  • Indoor – Activities
Spielst du noch oder zockst du nur noch an PC oder Handy?
Tauche in die fantasievolle Welt der Spiele ein und lass dich von ihr verzaubern und entdecke den Spieltrieb in dir!
  • Outdoor-Activities
Hast du Lust deine eigene Umgebung zu entdecken und zu gestalten? Dann bist du bei uns Gold richtig!
In verschiedenen Geländespielen, Geocaching, Orientierungsrallys aber auch in der Gestaltung und Pflege des eigenen Gartens im Café Hope erlernen die Kinder und Jugendlichen ein Gespür für die eigene Umwelt zu entwickeln und erkenne die Wichtigkeit diese möglichst in ihrem Ursprung zu erhalten und sie für sich zu nutzen.
  • Ferienprogramme
Während der gesamten Schulferien bieten wir ein abwechslungsreiches Ferienprogramm an.
  • Offenes Ohr
Im Cafe Hope „zum offenen Ohr“ erhalten Sie niederschwellige Beratung und Information zu allen sozialen Fragen und Unterstützung bei persönlichen Problemen. Das offene Ohr versteht sich dabei nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung und Vermittler zu bestehenden sozialen Einrichtungen und Hilfeangeboten hier in Kleve.